Definition "Zucht":
"Unter Zucht
versteht man die gezielte Verpaarung zweier Individuen mit dem Ziel der Verbesserung gewünschter und der Vermeidung unerwünschter Eigenschaften. Durch planmäßige, künstliche Selektion (Auslese/Zuchtwahl) wird ein Zuchtfortschritt erreicht. Dabei sind die jeweiligen Zuchtziele maßgeblich.

In der Praxis bedeutet dies, Träger unerwünschter Eigenschaften von der Zucht auszuschließen und jene Tiere zur Zucht auszuwählen, die die gewünschten Eigenschaften in möglichst starker Ausprägung aufweisen und miteinander zu verpaaren. (...)"


Unsere Parameter:

Transparenz
Authentizität
Verantwortung

Eines vorweg: wir legen unsere Priorität nicht darauf, dass  möglichst viele unserer Welpen auf Ausstellungen zu sehen sind. Sicher ist es für den Züchter schön und hilfreich zu sehen, wie die Hunde von den jeweiligen Richtern beurteilt werden, aber es ist für uns nicht das nonplusultra.
Wer auf Ausstellung gehen möchte, bekommt
selbstverständlich unsere vollste Unterstützung, aber es ist und bleibt kein Muss.


Transparenz heißt für uns, dass alles was wir tun, für Außenstehende und Welpeninteressenten nachvollziehbar ist. Wir "verheimlichen" z.B. keine Wurfstatistik oder "unterschlagen" unschöne Ausstellungsergebnisse. Es ist wie es ist, und so soll es sein.
Unser Bestreben ist es, Menschen mit unseren Hunden zu erfreuen. Unsere Türen stehen jedem jederzeit offen.

Authentizität bestimmt unser Handeln. Im Bewusstsein unserer Stärken und Schwächen, mit Konsequenz und Aufrichtigkeit, treffen wir alleine und eigenständig unsere Entscheidungen. Was die Verpaarungen betrifft, laufen wir keiner Modeerscheinung nach. Uns ist wichtig, einen vielfältigen Genpool zu erhalten, in dem Krankheiten von Körper UND Geist, die u.a. durch zu enge Verwandtschaften bei der Verpaarung entstanden sind, ausgemerzt werden sollen. Der Erhalt einer GESUNDEN und WESENSFESTEN Rasse steht im Vordergrund.

Wir meiden bewusst bestimmte Linien, und bevorzugen dafür andere, um bestimmte Eigenschaften nicht weiter zu tragen. Deshalb legen wir auch bei der Auswahl des Rüden so viel Wert auf seine Abstammung, die wir über Generationen hin überprüfen.

Verantwortung und Respekt gegenüber dem Leben und der Natur ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zucht. Die Nachhaltigkeit unserer Entscheidungen ist uns bewusst und bestimmt unser Handeln. Alles sollte im Einklang sein. Es hat sicher seine Gründe, warum die Hündin nicht aufnimmt oder ein Deckakt nicht klappen will.
Man muss den Lauf der Natur akzeptieren!



Voraussetzungen für die VDH-anerkannte Zucht:

Zunächst einmal muss der Hund, der zur Zucht verwendet werden soll, eine ganze Menge Hürden überstehen, um sich Zuchthündin/Deckrüde nennen zu dürfen. Dabei ist aus meiner Sicht vorrangig die Gesundheit der Tiere zu überprüfen. Dies geschieht in den Zuchtverbänden durch Röntgen auf HD,ED und OCD, sowie durch eine Zuchtuntersuchung, Gentests und durch das Erstellen eines DNA-Profils. Darüberhinaus sollte das Blut des Hundes untersucht werden. Weiter MUSS der Hund dem Standard entsprechen, was er/sie auf Ausstellungen nachweisen kann. Und natürlich ist das Wesen des Hundes immens wichtig. Aggression ist völlig fehl am Platz, ebenso wie Ängstlichkeit.

All diese Dinge sind schließlich Voraussetzung für die Zulassungsprüfung, die bestanden sein will, möchte man am Ende doch die Vorzüge seines Hundes weitergeben.

Aber dann geht es um ganz neue Eckdaten:
Genotyp, Phänotyp, Vererbung, Ahnenforschung, Zuchtwertschätzung, Outcrossverpaarung, etc.

Mit all diesen Begriffen muss man sich auseinandersetzten, wenn man eine verantwortungsvolle Verpaarung anstrebt. Die Auswahl eines Rüden, der optimal zur Hündin passt, ist eine ziemlich aufwändige Sache.

Hat man, nachdem ein bestimmter Rüde aufgrund seiner Erscheinung und Charaktereigenschaften gefiel und dieser optisch passen würde (Phänotyp) und absolut gesund ist, den Stammbaum des potentiellen Vaters der Welpen durchforstet, ist man schon einen guten Schritt weiter. Der Phänotyp des Rüden muss mit dem der Hündin harmonieren und sollte im optimalem Fall "Schwächen" im Phänotyp der Hündin ausgleichen.

Der Stammbaum des Rüden gibt Aufschluss darüber, ob entfernte Verwandschaften vorliegen. Je weniger Verwandschaft von Hündin und Rüde, desto besser für den Genpool der Welpen und desto kleiner ist der sog.  Inzucht- (anzustreben ist 0,00) bzw. desto größer der Ahnenverlustkoeffizient (anzustreben sind hier 100%).

Wie man sieht, ist der Erfolg einer Verpaarung auch bedingt mathematisch berechenbar, jedoch bleibt es im Endeffekt immer eine Wundertüte, was letztendlich beim Wurf herauskommt.

Im Vorfeld wird darüber hinaus abgeklärt, was der Rüde bereits bei anderen Würfen vererbt hat, welche Eigenschaften und optischen Details er besonders weitergibt. Kombiniert mit dem Wissen, das man über die Hündin erlangt hat, über ihre Eltern und Geschwister, am besten noch über die Nachkommen der Geschwister, ergibt sich langsam ein Puzzle, das man in Richtung Optimum zusammensetzt.

Es ist also nicht "mal eben so" ein Rüde ausgesucht. Ein "der sieht toll aus, den will ich haben" ist völlig unvernünftig und hilft der Rasse kein bisschen.

Lieber Leser, bitte richte also immer dein Augenmerk darauf, ob man sich beim Züchter deiner Wahl unter anderem auch Gedanken um die Verpaarung gemacht hat, oder ob man z.B. neben 2-4 Hündinnen einen Rüden in seinem Kennel hält, der der Vater eines jeden Wurfs wird, was in der Nicht-VDH-Zucht gerne und ohne Kontrollen betrieben wird. Das Wiederholen von Verpaarungen wird z.B. beim Club ELSA nur unter ganz bestimmten, strengen Voraussetzungen erlaubt! Für den Genpool der Rasse ist das Erzeugen von Welpen aus einer einzigen Abstammung absolut bedenklich.

ZÜCHTEN BEDEUTET, VERANTWORTUNG FÜR DEN ERHALT EINER RASSE ZU ÜBERNEHMEN!

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